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Kategorie: Uncategorised
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Ein Leben für den Handball - ein Leben für den Sport, so engagiert zeigt sich der sympathische Trainer des HSV Jens Aebi. Für uns hat sich der Trainer und Landesauswahltrainer Sachsen-Anhalts die Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten.

1. Du bist Trainer mit Leidenschaft. Was hat dich dazu bewogen, dass zu tun, was Du heute tust? (in Bezug auf den HSV und auch in Bezug auf die Tätigkeit als Landesauswahltrainer)

Das kann ich eindeutig beantworten. Mein Ziel war es immer, den Mädels zu helfen, besser zu werden. Doch das musste ich im Laufe der Jahre erstmals herausfinden, wie das geht.
Am Anfang dachte ich auch, wenn jemand viele Tore wirft und wir gewinnen, habe ich das gut gemacht. Aber es geht um viel mehr.
Sie muss auch im nächsten Spiel wieder überzeugen und vor allem gegen die starken überregionalen Gegner mithalten können. Und das nicht nur im Angriff mit Toren. Also gehört da viel mehr dazu.
Die Athletik spielt da gerade bei den Mädels der C- und B-Jugend eine ganz entscheidende Rolle. Auch eine gute technische Ausbildung ist wichtig, um Lösungsansätze bei den verschiedenen Situationen auf dem Spielfeld auch umsetzen zu können. Und natürlich gibt man als Trainer den Mädels auch Hilfestellungen in allen Belangen, wie z. Bsp. bei der Persönlichkeitsentwicklung oder auch bei schulischen Problemen.
Ja, und das ist, dank der tollen Rahmenbedingungen, die der HSV in Verbindung mit den Sportschulen, dem Verband und der Stadt geschaffen hat, zum Glück weiterhin möglich. Unser Vorstand hat da sehr akribisch im Hintergrund gearbeitet, um das auch in den nächsten Jahren weiterhin zu ermöglichen. Es macht einfach Spaß in diesem Verein.
Es macht Spaß, mit den Mädels tagtäglich zu arbeiten aber auch hier und da zu lachen.
Ja, und die Tätigkeit bei der Landesauswahl ist dann wohl eine logische Konsequenz. Weil wir momentan genau da die richtigen Auseinandersetzungen mit den überregionalen Toptalenten haben. Dort können die Mädels aber auch ich immer wieder sehen, wo wir stehen und auch viel lernen.

2. In unserer Vorstellung bereitet sich der Trainer auf das Training und nicht zuletzt auf die kommenden Spiele und auf die Gegner vor. Wie denkst du, werden deine Fähigkeiten und Spielideen von deinen Spielerinnen angenommen und umgesetzt?


Die Mädels versuchen immer ihr Bestes zu geben. Nur manchmal müssen sie mich erstmals richtig verstehen 😉
Wie in der ersten Antwort schon erwähnt, geht es darum, die Mädels zu verbessern und nicht um meine Spielidee. Wir sind ein ausbildungsorientierter Verein. Und da geht es im Nachwuchs um eine stark ballorientierte Deckung, Tempohandball und im Angriff um viel Zweikämpfe oder Kleingruppenaktionen. Und das machen die Mädels sehr gut.

3. Ein Trainer muss auch mit Kritik umgehen. Zum Einen wird er selber kritisiert und zum Anderen muss er auch Kritik üben. Wie gehst Du damit um?


Auch wenn es oft nicht so aussieht, übe ich zu allererst mal Kritik an mir selbst. Und zum Glück gibt es in unserem Verein aber auch insgesamt im Magdeburger Handballraum genügend erfahrene Trainer, die mir auch immer sehr wertvolle Tipps geben. Und gegenüber den Mädels treffe ich sicher nicht immer den richtigen Ton, so dass sie mich manchmal gern zum Mond schießen würden 😉 Aber auch das gehört dazu. Also insgesamt denke ich schon, dass wir alle sehr gut damit umgehen können.

4. Handball ist im Grunde keine Randsportart. Dennoch wird oft der große SCM gesehen und die Mädchen und späteren Frauen haben es doch etwas schwerer in der sonstigen Männerdomäne. Im Nachwuchs sind sicher viele Spielerinnen, die Interesse am Handballsport haben. Wie siehst Du die Entwicklung nach oben? Hast du als Auswahltrainer noch einen großen Pool an Nachwuchsspielerinnen, auf die Du zurückgreifen kannst oder ist die Suche nach talentierten Spielerinnen schwer.


Eine schwierige Frage. Ich weiß, dass wir definitiv ganz viele, tolle und talentierte Handballerinnen haben. Nur die Suche gestaltet sich manchmal nicht einfach. Die Gründe zu erörtern, würde diesen Rahmen hier eindeutig sprengen.
Tja, auf dem Weg nach oben versuchen wir als HSV, die Mädels so gut wie es geht zu unterstützen. Es geht immer besser. Aber ich denke schon, dass wir unter den momentanen Rahmenbedingungen in Magdeburg und Sachsen-Anhalt auf einem guten Weg sind.

5. Momentan ist der Spielbetrieb gestoppt. Habt Ihr dennoch Ziele, die Ihr erreichen möchtet? Haben deine Spielerinnen sportliche Hausaufgaben bekommen, um sich fit zu halten. Wie zufrieden bist Du mit der aktuellen Saison?

Auch bei dieser Frage kann ich nur nochmal untermauern, dass es unser Ziel ist, sich stetig zu verbessern.
Was Hausaufgaben betrifft, ist es ähnlich, wie in den Sommerferien. Die Mädels konnten sich erstmals an die komplett neue Situation 2 Wochen lang gewöhnen. Seit dieser Woche haben sie einen Trainingsplan. Da geht es aber vielmehr darum, sich zu bewegen, fit und v.a. gesund zu bleiben.
Zufrieden? Naja, ich bin zufrieden, dass ich das hier beim HSV alles machen und ich so überragende Mädels trainieren darf. Aber sportlich nicht ganz. Ich hätte gern eine erfolgreichere DHB-Sichtung mit den Mädels gespielt, was bei einem besseren Auftreten am ersten Tag auch definitiv möglich gewesen wäre.

6. Welche Werte hast Du als Trainer? Was ist Dir besonders wichtig? Gibt es Vorbilder aus deiner Jugendzeit, wo Du meinst, dass sie dich in deiner sportlichen Laufbahn geprägt haben.
So wie sicherlich bei allen anderen Trainern auch, spielen Disziplin, Aufmerksamkeit und Respekt eine große Rolle.
Vorbilder?

Wie schon erwähnt, gibt es da in Magdeburg ja bekanntlich sehr viele. Aber am meisten geprägt hat mich sicherlich mein langjähriger Jugend- und Männertrainer und mittlerweile auch guter Freund Jens Ziegler.
Zu meiner Zeit als Spieler haben mir vor allem Reiner Baumgart und Ernst Gerlach imponiert. Aber auch von Thorsten Lantsch, meinem Nachbar Lars Becker 😉 oder Detlef Ecknig durfte ich viel lernen. Jetzt als Trainer sind es vor allem die vielen wertvollen Tipps von den erfahrenen Manfred Jahn, Hubert Lindner, Harry Jahns, Dr. Bernd Dierks, Nils Lässing, Enno Röder oder Helmut Kurrat, die mir enorm weitergeholfen haben.
Aber auch Jürgen Ebeling, Steffen Grundig, Martin Ostermann, Andrea Schulze, Rainer Haberkorn oder Guido Heisinger oder meine beiden Trainerkolleginnen bei der Landesauswahl Silke Herbst und Lena Witzke standen oder stehen mir mit Rat und Tat zur Seite und prägen mich tagtäglich. Die Liste ist sicherlich noch länger und zeigt zum einen, wie handballverrückt unsere Region ist und zum anderen wie viel gute und sympathische Trainer wir hier haben.


7. Raum für eigene Worte


Ja, da gilt es nur Danke zu sagen. An meine Mädels, dass nicht nur ich euch manchmal vor schwere Aufgaben stelle, sondern ihr es genauso mit mir macht 😉 Im gleichen Atemzug natürlich bei meinem Co-Trainer Jürgen Ebeling und an die beste Betreuerin der Welt, Astrid Schottstedt. Es macht auf jeden Fall eine Menge Spaß mit Euch.
Danke an den HSV, der sich einfach insgesamt sehr stark um den Nachwuchs insgesamt bei uns im Verein kümmert.
Und zu guter Letzt Danke an Euch, dass ihr unseren so emotionalen Sport immer wieder mit solch großartigen Bildern festhaltet.

Bleibt alle gesund und ich hoffe, dass wir uns sehr schnell in den Sporthallen wiedersehen.